
Mit diesen Tagebucheinträgen möchte ich Euch liebe Hundefreunde ein bisschen teilhaben lassen, an all den schönen Dingen, die wir während unserer Englandreise erlebt haben.
Sa 6.3.
Heute war der große Tag: es sollte los gehen mit unserer Englandreise. Wir hatten uns zwei Wohnmobile gebucht, die wir am Abend vorher aus München abgeholt hatten. Danny und Schubi kamen zum Frühstück – und wie das bei uns eben so üblich ist, waren wir natürlich erst zwei Stunden später als geplant startklar. So gegen 14 Uhr standen wir also in den Startlöchern um uns auf den Weg zu machen und bei Frankfurt auch noch Mirta einzusammeln. Nur hatten wir leider noch ein großes Problem: es hatte in der Nacht geschneit und mit Entsetzen mussten wir feststellen, dass wir auf unserem großen Wohnmobil (für 6 Personen) tatsächlich Sommerreifen montiert hatten. An unserer Hofeinfahrt geht es minimal bergauf und bereits diese kleine Steigung war für das Wohnmobil zu viel. Wir steckten also fest. Daniela konnte es kaum fassen und während Tiger mit Schaufel und Salz an unserer Hofeinfahrt zu Gange war, telefonierte sie im Stil von „Buchbinder Wanninger“. Keiner fühlte sich tatsächlich angesprochen. Laut der Aussage des Vermieters hätten wir Winterreifen dazu buchen müssen. Dies hätten wir tatsächlich auch gemacht, wenn man uns diese Information auch zukommen hätte lassen. Auf dem kleinen Wohnmobil waren zumindest Allwetter-Reifen drauf. Danny war leider erfolglos, doch Tiger war unser Held. Er schaffte es tatsächlich unser Wobi in die Gänge zu bekommen. Somit ging es dann um 17 Uhr endlich los Richtung Frankfurt. Als wir bei Mirta um 20 Uhr in Egelsbach ankamen, wurden wir ganz liebevoll mit einem Käse-Schinken-Abendessen in Empfang genommen. Bereits hier begann das, was die ganze Woche nicht enden wollte (und natürlich auch nicht sollte): LACHEN BIS ZUM BAUCHKRAMPF!!!!
So 7.3.
Mit einer Tasse Cafe gestärkt ging es nun endlich richtig los. Unsere Crew bestand also aus: Tiger (der einzige männliche Part in unserem Team), Danny, Mirta, Schubi, meine Wenigkeit (ich bin die Mica – für Alle die es nicht wissen ) und unseren Vierbeinern: Luna, Muca, Mimo und Jaimy.
Zwischen Köln und Aachen fuhren wir neben der Autobahn auf einen Parkplatz und genossen unser grandioses Frühstück (Markus hatte für ausreichend leckere Brötchen gesorgt – ein herzliches Dankeschön noch an dieser Stelle). Bei Schnee und Sonnenschein durften dann auch unsere Wuffis noch ausgiebig toben. Nun wollten wir auch mal ein paar Kilometer hinter uns bringen und so fuhren wir bis 17 Uhr – als wir dann in Bruin (Niederlande) wieder anhielten, einen schönen Spaziergang machten (mit einer Grätsche meinerseits über ein Bächlein um den Hunden die Pfoten zu waschen – das Waschen war kalkuliert die Grätsche weniger ). Im Anschluss genossen wir einen lecker Cafe mit einem tollen Ausblick auf einen Hund, der in der Bollerposition stundenlang verharrte und einem Herrchen, das sich hinter einem Baum versteckte (Insider!). Nun übernahm Danny das Steuer des großen Wobis und Mirta fuhr brav hinter uns. Danny und ich genossen Studentenfutter und brüllten zu Mikel Jacksons Lied „beat it“. Wobei wir den Text in „freedom“, abwandelten (Insider!). Unsere Reise an diesem Tag führte bis nach Belgien, wo wir in Ostende an einem China-Restaurant halt machten. Das Essen war mittelmäßig, dafür die Unterhaltung um so besser. Am Nachbartisch saßen sehr nette Leute, die uns ansprachen. Die jüngere der beiden Damen sprach richtig gut Deutsch und ich war begeistert, dass sie sogar noch perfekt Flämisch sprach (Insider!). – Bitte entschuldigt die vielen Insider – aber wir mussten so viel lachen und hatten so mega viel Spaß, dass es schade wäre, wenn ich all die tollen Situationen, Momente und Peinlichkeiten weg lassen würde.....!
Zum Übernachten stellten wir uns auf einen großen Parkplatz in Ostende. Dort auf dem Parkplatz hatten wir dann noch eine ganz besondere Beschäftigung: Memory für Superschlaue – somit für uns also genau das Richtige!
Mo 8.3.
Das Wichtigste an jedem Morgen ist doch der Cappuccino. Wie toll, wenn es dann eine Danny und eine Mirta gibt, die sich gleich in der Früh auf den Weg machen um frische Brötchen und Cappuccino (aber leider nur für sich selbst) zu besorgen. Sie hatten für Schubi und mich zwar keinen Cappuccino mitgebracht, dafür aber zwei reizende Belgier, die uns während dem Frühstück mit ihrem Britschenwagen ständig umkreisten.
Nachdem über Nacht sich unsere Heizung abgeschaltet hatte, weil unser Diesel knapp wurde, mussten wir uns nun gleich auf den Weg machen zu einer Tankstelle. Im Anschluß gings in einen Baumarkt, damit wir sämtliche Utensilien die noch fehlten besorgen konnten. Dort hinterließen wir mit Sicherheit keinen guten Eindruck, nachdem wir lachend vor dem Informationsschalter zusammen gebrochen sind als wir folgendes Schild lasen.
Hulp nodig? Hier bellen!
Nun warteten natürlich unsere Wuffis schon sehr erwartungsvoll auf ihren Spaziergang. Für Jaimy war das erste Mal, dass sie das Vergnügen mit dem großen Ozean hatte. Und wie erwartet fand sie es natürlich große Klasse. Obwohl der Wind blies und das Wetter ziemlich rau war, genossen es alle Beteiligten sehr. Unsere Fahrt ging nun weiter bis zum Tunnel in Calais Frankreich. Als sich Tiger am dortigen Informationsschalter über die Preise informierte, waren wir erstmals schon etwas schockiert: 850,-€ in etwa für zwei Wobi’s und 4 Hunde. Wir beschlossen deshalb, die Preise mit der Fähre zu vergleichen. Laut Internet musste es doch deutlich billiger sein. Daher entschlossen wir uns die 20 Kilometer bis zur Fähre zu fahren. Tatsächlich sollte uns dieses riesige Schiff doch um 200,-€ billiger auf die schöne Insel befördern. Um halb elf Abends waren wir dann also unterwegs auf dem Kanal. Mirta und ich hatten schon mit Übelkeit zu kämpfen, da es doch eine etwas schaukelige Angelegenheit war. Nach 75,- minütiger Fahrt (während der Schubi eigentlich am Steuer sitzen sollte um das Fahren mit einem Wobi zu trainieren ) kamen wir ziemlich müde in Dover an. Aber wie schön war es doch, nun in England zu sein! Wir fuhren noch einige Kilometer bis Folkstone um dort an einer schönen Strandpromenade zu parken und zu nächtigen.
Di 9.3.
Auch hier hatten die Hunde nun nochmals die Möglichkeit sich am Meer auszutoben. Wassersüchtig wie unsere Luna nun eben ist, war sie natürlich nicht davon abzuhalten sich in die eiskalten Fluten zu stürzen. Muca ebenso begeistert hinter her. Unsere zwei Fleckenmonster entschieden sich für eine Kneipp-Sassion .... Während wir mit den Hunden am Strand unterwegs waren, war Schubi heute zuständig für den Cafe (was dann doch eher gekochtes Wasser mit einer durchgeschossener Cafe-Bohne war) und das Frühstück. Die schöne Strandpromenade bot uns ein abwechslungsreiches Voyeur-Programm an spazierenden Hundebesitzern und dicken Möven. Die dickste aller Möven bekam von mir den Namen Anton. Dieser saß direkt vor unserem Wobi-Fenster und verstand es herrlich mich mit seinen großen Füßen davon zu überzeugen, dass sein Magen leer war. Von da an mussten leider alle Anderen bei offenem Fenster ihr Frühstück genießen (auch wenn es saukalt war), denn schließlich ging Anton vor! Nach einigen Minuten des Fröstelns entschied sich Danny Anton persönlich kennen lernen zu wollen. Sie ging mit unserem guten Frühstück bewaffnet nach draussen um auch die vielen Tauben und Raben noch an unserem Wohle teilhaben zu lassen.
Nun ging es weiter Richtung Birmingham. Unser Navi zeigte 330,-Kilometer. Somit entschieden wir uns irgendwo in der Mitte der Strecke zu quartieren. Tiger suchte im Camper-Atlas nach einem geeigneten Campingplatz. Tatsächlich fand er auch genau das Passende und zwar in Hertford. Ein hübsches kleines Städtchen mit einem ganz wundervoll gelegenen und sauberen Campingplatz. Vollkommen übermütig und ausgelassen tobten wir dann erst einmal gemeinsam mit den Hunden über die großen schönen Wiesen unseres Domizils. Nun ließen wir unser großes Wobi samt den Hunden auf dem Campingplatz zurück und machten uns auf den Weg die Innenstadt von Hertford zu erkunden. Da wir inzwischen recht hungrig waren, kamen wir erst einmal nicht weiter als wie bis zur Wechselstation und zum Fish & Chips-Shop. Oh wie lecker!!! (von den Kalorien wollen wir hier an dieser Stelle nicht sprechen)! Unser Shopping-Vorhaben wurde leider an dieser Stelle nicht gestillt, da wir entsetzt feststellen mussten, dass in England die Geschäfte schon zwischen 17 und 17:30 Uhr schlossen. Wenn man seine Kohle nicht beim Shoppen los werden kann, dann doch zumindest beim schmausen und sau....?! Somit führte uns unser Weg direkt in ein Pub. Obwohl wir allesamt schon richtig Bauchweh vom vielen Lachen und den Fish and Chips hatten, schafften wir es doch tatsächlich uns unsere Bäuche noch mehr voll zu stopfen. Und wie schön war es doch. Leider wurde Schubis Stimmungspegel etwas gedämpft durch eine sehr hartnäckige 5-Tage-Obstipation und einer Geheimnummer, die einfach nicht funktionieren wollte (Insider!). Zu ihrem großen Glück hatte sie allerdings in einer Drogerie unheimlich vielversprechende Abführwürfel entdeckt. Obwohl Schubi der englischen Sprache mächtig ist, las sie keinen Beipackzettel sondern kaute sicherheitshalber gleich mal 4 Würfel auf einmal. Wie sich später heraus stellte war dies die achtfache Portion dessen was angeraten wurde.......
An diesem Abend kuschelten wir uns alle an unseren Küchentisch zum DVD schauen bis spät in die Nacht.
Mi 10.3.
Obwohl unsere Wobis ausgestatten waren mit WC und Dusche, waren wir nun glücklich am Campingplatz schöne, große Duschen vorzufinden. Frau Schuberta hatte zwar schon fast die ganze Nacht auf dem Clo verbracht (oh welch ein Wunder), war aber gerade deshalb nun auch sehr erfreut über die Möglichkeit sich ihren kleinen hübschen Popo auch mal wieder ordentlich waschen zu können .. Große Freude bereitete ihr auch das Entleeren der Campingtoilette. „Oh geht es mir gut“ – diesen Satz sollten wir an diesem Tag noch häufiger zu hören bekommen......
Nach einem ausgiebigen Spaziergang, füllten wir unsere Wassertanks noch am Campingplatz auf, bevor wir unseren Dicken an dem Parkplatz am Eingang parkten, um nochmals mit dem Kleinen nach Hertford zu fahren. Heute hatten die Läden geöffnet und Schubis direkter Weg führte uns wiederum in das Reformhaus um „Abführwürfel-Vorrat“ zu kaufen. Nach ausgiebigem Shopping, Cafe schlürfen und Spaziergang, waren wir dann unterwegs zum letzten Run auf Birmingham. Ca. 20 Uhr kamen wir am N.E.C. – Parkplatz an. Mein Pulsschlag erhöhte sich von nun an rapide. Die Vorstellung, dass es nur noch ein paar Tage dauerte bis zu meinem großen Auftritt versetzte mich nun in Angst und Schrecken.... Aber zum Glück hatte ich ja meine ganze süße Crew dabei, die mir ständig den Rücken stärkte und mich wie auf Händen trug! Nach einem Telefonat mit Carol (Mitorganisatorin der HTM Competition) bezüglich meiner Startnummer, schlenderten wir durch das Messegelände zum Haupteingang. Zum Glück durften wir an diesem Parkplatz ganz in der Nähe des Haupteinganges auch gleich übernachten. „If you don’t make any trouble“ waren die Worte des Parkplatzwächters – als ob wir jemals trouble machen würden....

Mit einer gemütlichen Brotzeit in unserem „Dicken“ beschlossen wir diesen schönen Tag.
Do 11.3.
Da ich mich bereits um 9 Uhr mit Carol im Pavillion verabredet hatte, stand ich tatsächlich schon um halb acht Uhr auf, ging mit den Hunden und machte mich nach einem Schluck Cafe von Schubi (der übrigens mit jedem Tag besser wurde) zusammen mit Tiger auf den Weg zur Messe. Tiger besorgte für die ganze Crew noch Eintrittskarten, während ich schon losstürmte. Im Pavillon angekommen, traf ich auch gleich auf Carol und Gina. Beide super nett, erklärten mir gleich noch ein paar Details und hießen mich herzlich willkommen. Alle gemeinsam machten wir uns nun gleich auf den Weg in die Arena. Dort fand nun die Vorentscheidung statt, wer denn für England am Samstag zusammen mit mir (hihi) starten durfte. Ich war ja extra schon im Vorjahr mit Tiger nach Birmingham geflogen um mich schon mal vorab ein bisschen zu informieren, was mich da dieses Jahr erwarten würde. Als ich aber nun in der Arena Platz nahm, war ich trotzdem überwältigt und den Tränen nah. Ich weiß gar nicht wirklich warum, aber ich war wirklich mega mäßig aufgeregt. Obwohl ich jeden Monat zusammen mit meinen Hunden mehrere Vorführungen vor wirklich großem Publikum gebe und ich dabei keinen Funken Aufregung mehr verspüre, war ich jetzt ein nervliches Wrack!!!!!
Der Vorentscheid von HTM Freestyle war wirklich toll und es gewann absolut der Richtige: Richard Curtis. Seine Choreographie war wirklich brilliant . Es waren noch einige andere richtig tolle Choreos dabei, aber er stach schon richtig hervor! Und sogleich war meine Aufregung noch viel größer! Neben so einem Dogdance-Profi aufzutreten, war für mich ganz ganz gruselig erschreckend und hatte etwas von einem suizidalen Beigeschmack! Aber da war ich nun – und sagte mir immer und immer wieder: DABEI SEIN IST ALLES – GENIESE ES! Ja ja – aber so leicht lies sich mein Unterbewusstsein dann leider doch nicht manipulieren. Nun kamen auch schon weitere Freunde aus Deutschland – die extra wegen mir angeflogen kamen. Dies war Friedrund und Jonathan. Zusammen mit ihnen bummelten wir nun den ganzen Nachmittag durch die riesigen Messehallen. Bereits heute waren wirklich viele Besucher da und man hatte alle Mühe alles zu sehen. Tatsächlich trafen wir dann sogar noch Ralf (Chefkoch vom Hotel Wolf). Gemeinsam mit ihm sahen wir uns am Nachmittag dann nochmals Richard’s Tanz an. Es ist auf Crufts so üblich, dass immer der Gewinner am Nachmittag nochmals seinen Tanz zeigt.
Diesen schönen aufregenden Tag beschlossen wir mit einem tollen Abend in dem Pub in dem wir schon im Vorjahr zusammen mit Claudia Moser waren. Nach einer lustigen gemeinsamen Rundfahrt zur Tankstelle (die eigentlich nur 2 Kilometer entfernt war, wir aber dann doch 20 Kilometer weit unterwegs waren) kamen wir alle zusammen mit unserem „Dicken“ an. Tiger, Friedrun, Joni, Danny, Schubi, Mirta und ich. Gerne hätte ich mir einen anges..... um meine Aufregung wegzuspühlen, aber meine persönliche Leibwächterin Danny war sehr darauf bedacht mit nicht aus den Augen zu lassen, damit ich auch ja keinen Blödsinn mache...... „Bis Samstag Abend gibt es keinen Tropfen Alkohol!“, waren die Worte meiner strengen Managerin. So ging ich auch heute zwar glücklich, aber mit großem Herzklopfen ins Bett.
Fr 12.3.
Für heute erwarteten wir noch ganz liebe Freunde und Family. Doch vorher war noch die HTM Competition , die Tiger gerne sehen wollte. Sie war auch wieder wirklich sehenswert. Wahnsinn wie toll manche Hunde Fußarbeit leisten. Nun waren auch Claudia und Anna mit dabei. Irgendwie war Claudia schon viel cooler drauf wie ich – zumindest merkte ich ihr keine Aufregung an! Bei mir schlug schon wieder das Herz bis zum Hals, als ich die Arena betrat. Nun kam auch noch Beate, Viola und Claudia. Somit wurde der kleine Mica-Fan-Club immer größer – Wahnsinn!!! Es war so toll, dass so viele liebe Menschen mit mir waren und mit mir fieberten..... An dieser Stelle einen gaaaaanz gaaaaanz dicken Schmatz an euch ihr Lieben!!!!
Nach einem schönen Mittags-Spaziergang mit unseren Wuffis fuhren wir alle gemeinsam mit dem Zug nach Birmingham City. Ich möchte lieber nicht wissen, was die Engländer für einen Eindruck von uns bekommen haben. Es war einfach nur super lustig – wir hatten eine riesen Gaudi im Zug und während des gesamten Bummelns. Ich brauchte dringend für meinen Auftritt noch einen passenden BH und Haarspray, fand aber bei weitem mehr. Beim shoppen vergaß ich doch tatsächlich zwischendurch auch mal, was mich am nächsten Tag erwarten sollte. Als dann noch der Cafe auf Violas Jacke landete und wir für Mirta ca. 2 Kilo Jelly Bellys kauften, war der Tag einfach perfekt – hihi! Nun trafen wir auch noch Corinne mit zwei Freundinnen und um 21 Uhr kam Philipp und Nathalie am Airport in Birmingham an. Wie toll!!!!

Dieser begann damit, dass wir schon um 6:30 Uhr aufstehen mussten (was für Luna und mich ein schweres Opfer bedeutete) weil wir Starter nur zwischen 7 und 8 Uhr kurz die Möglichkeit hatten, den Ring zu besichtigen. Genau wie ich, war auch Luna noch mächtig müde, was man ihr auch bei der Ausübung der Tricks wirklich anmerkte..... Tiger brachte sie somit schon nach 10 Minuten wieder ins Auto, um ihr die Möglichkeit zu geben, sich richtig auszuschlafen – immerhin musste sie ja in ein paar Stunden wirklich fit sein. Auch ich ging nochmals zum Auto um noch die letzten Kleinigkeiten zu erledigen. Ab 10:00 Uhr war ich dann bei unseren „benches“ um mich zu schminken, umzuziehen und Grußkärtchen für die anderen Starter zu schreiben. Tiger, Schubi, Philipp und Nathalie halfen mir dabei. Breefing war um 11 Uhr – und jetzt gab es auch kein Zurück mehr. Nun war es also gleich so weit. Die letzten Wochen war es ja nicht wirklich sicher, ob wir auch definitiv starten können würden. Meine Wuffis waren allesamt krank (bei Muca und Mimo begann es direkt in Winterthur) und ich bekam zu allem Überfluß auch noch eine Thrombose. Aber all das war nun soweit geregelt und der große Moment war gekommen. Um kurz nach halb zwölf – nachdem die ganzen Requisiten in den Ring gebracht worden waren, wurden dann alle 14 Starter in den Back-Stage-Bereich geleitet. Tiger holte mir die Luna aus dem Auto – und ich hoffte sehr, dass sie inzwischen ausgeschlafen hatte. Dort hinter der Bühne hatten wir einen großen Bildschirm auf dem wir dem jeweiligen Starter direkt bei seiner Choreo zusehen konnten. Ich setzte mich allerdings mit dem Rücken zum Bildschirm, da ich schon so nervös genug war. Claudia Moser hatte Startnummer drei ich die zehn. Die Halle war mit Zuschauern fast komplett gefüllt - auf den Rängen waren kaum noch Plätze frei. Zusammen mit dem goldigen Ringstuart positionierte ich meine Requisiten. Nun hieß es „would you please welcome: Mica Köppel and Perfect Luna“ und gleich im Anschluß „Germany the stage ist yours“
Luna stieg auf den Rolli um ihre Startposition einzunehmen und rutschte dabei seitlich etwas ab. Kein Problem für meine Luna – nun bekam sie noch einen dicken Schmatz von mir und ich gab das Zeichen für den DJ zum let’s dance. Da der Teppichboden sehr tief und stupfig war, kam bei unserem ersten Trick „hands up“ doch tatsächlich der Rolli ins kippen. Aber auch das brachte meine Perfect Luna (den Namen hat sie übrigens vom englischen Kennel Club bekommen) nicht im geringsten aus der Fassung. Unser Anfang war schwer und ich war mir nicht wirklich sicher ob es klappen würde: durch die Beine vor, dann zurück und mit dem Gesicht von mir weg stehen bleiben, wieder nach vorne laufen und mit abgewandtem Blick einen Diener – doch auf Luna ist eben Verlas. Bereits nach den ersten paar Takten wusste ich, dass nichts mehr schief gehen konnte. Luna war absolut genial in allem was sie tat. Sie war motiviert und konzentriert und das Publikum war toll! Die ganze Aufregung war nun wie verflogen und Luna und ich wir genossen es richtig dabei sein zu dürfen. Nach diesem Auftritt war mir die Platzierung auf wirklich absolut egal. Durch Luna ihr Handycab „Cauda equina“ waren wir ja mit unserer Choreo eh sehr eingeschränkt. All die vielen Dinge, die beim Publikum so gut ankommen wie Tricks auf zwei Beinen, viele Sprünge oder Rückwärtsbewegungen sind durch Lunas Erkrankung nur sehr eingeschränkt bis eben teilweise gar nicht möglich. Aber das war auch nicht wichtig. Die Choreo hatte ich genau auf sie zugeschnitten. Die Tricks waren all die, die sie auch gut machen konnte und auch wollte! Das ist eben das Schöne am Dogdance. Wir hatten uns zwei große Dinge als Ziel gesetzt: Ziel 1: richtig Spaß haben bei der Vorführung Ziel 2: nicht negativ aufzufallen, weil nichts klappen würde. Diese beiden Ziele hatten wir auf jeden Fall erreicht. Als nun die Bewertung der Richter kam, musste ich wirklich lachen. Die erste Richterin gab uns relativ schlechte Punkte und wurde vom Publikum massiv ausgebuht. Sogar der Speaker (der Mann von Mary Ray) konnte es nicht verstehen und gab als Kommentar:“ hi judges what was wrong?“ ..... mich hat es gefreut, aber ganz ehrlich der Platz war nun für mich überhaupt nicht mehr wichtig! Nach unserem Tanz waren nun noch 4 Starter an der Reihe. Gleich nach mir kam Richard, der das Publikum mit seinem genialen Tanz natürlich restlos begeisterte. „Last but not least“ hiess es dann für Alena, die als letztes startete und den verdienten ersten Platz machte. Die Siegerehrung war genial und ich war überglücklich über unseren siebten Platz. Ganz besonders freute es mich noch, dass nach dem Photoshooting mit den Pressephotografen zwei englische Richterinnen zu mir kamen und meinten, wir hätten einen besseren Platz verdient, aber eine Richterin war wohl über mein Outfit etwas schockiert...... Aber zur Rocky Horror Picture Show kann ich ja wohl schlecht im Nonnenkostüm tanzen – hihi

.....ganz egal, nun war es geschafft und die Last von meinen Schultern (es müssen wohl so an die 50 Kilo gewesen sein) war wie weggeblasen. Nun konnte richtig gefeiert werden. Und dies taten wir dann auch gleich und zwar alle gemeinsam und nicht zu wenig!!!! Vielen lieben Dank nochmals an Alle die mich so toll unterstützt, mit mir gefiebert und immer für mich da gewesen sind – Ihr seid große Klasse!!! Doch das größte Dankeschön geht an meine Luna sie ist definitiv perfekt und der größte Star von Allen!
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